HAPPE END - ich warte

wolfgang tragseiler

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Happy End - ich warte, Videoloop, 2013

Happy End - ich warte

Douglas, Kurt, Andy, Myra, Marilyn, or just pretty

Videoinstallation - Loop, 2013

 

In seiner Installation „Happy End“ untersucht Wolfgang Tragseiler im Spannungsfeld zwischen Douglas Gordons‘ „Self-Portrait as Kurt Cobain, as Andy Warhol, as Myra Hindles, as Marilyn Monroe“ und Julia Roberts‘ Charakter der Prostituierten Vivian in der Romantischen Komödie „Pretty Woman“ (1990), von der Traumfabrik Hollywood vermittelte Sehnsüchte nach heteronormativem romantischem Liebesglück und den Mythos des „American Dream“, des unverhofften, komentenhaften gesellschaftlichen Aufstiegs.

 

Der Künstler schlüpft, in Douglas Gordon‘s Aufmachung, in die Rolle der Vivian wie sie, auf einen Freier wartend, den Hollywood Boulevard auf und ab schreitet. Die sonst so rigide Rollenverteilung des „Prinzessin wartet auf ihren Prinzen“-Klischees wird durch die Verschiebung der Warteposition auf den Künstler aufgebrochen. Das Kostüm, die Perücke, der gegebene Körper des Künstlers und die Handlung werden zu einem multiplen Geschlechterbild verknüpft. Eine dem Film entnommene Kulisse steht vor einer typ- ischen Wiener Innenstadt-Fassade, der Bildauschnitt der Kamera geht über die Kulisse hinaus, Wolfgang Tragseiler geht, sichtlich gelangweilt, auf und ab, er wartet. Auf seinen Retter, den gesellschaftlichen Aufstieg, den Prinzen, die Erfüllung seiner Sehnsüchte. Im Warten als performativer Handlung steckt auch eine Ablehnung des Hier und Jetzt, ein Fokussieren auf zukünftiges. Der aktuelle Seinszustand wird verleugnet, der Wartende begibt sich in einen Zustand der Nichtidentität, zwischen sich und seiner Lebenssituation.